Hasselbacken, Hotel Hasselbacken, Stockholm, Sweden


Last Visit: Spring 2025

Neugierige und treue Leser und Leserinnen haben vielleicht schon unsere Bar-Artikel aus Stockholm entdeckt, also nutzen wir die Gelegenheit und legen mit einem kleinen kulinarischen Bonus nach. Stockholm wird zwar oft mit Kopenhagen in einen Topf geworfen, wo sich natürlich "das beste Restaurant der Welt" und viele Trends befanden, hat aber seine eigene Auswahl an gehobenen Restaurants zu bieten. Ein Land wie Schweden kann sich in seiner Hauptstadt zahlreiche Sternerestaurants und exklusive Lokale leisten, die abendfüllende Menüs und Gerichte für jeden Geschmack anbieten.

Copyright: Royal Djurgarden

Da ich aber auch ausführlich Sightseeing betreiben wollte, waren alle Entscheidungen während dieser Reise Locations mit à la carte und eher auf die "Grundlagen" ausgerichtet, was in Schweden bedeutet: viel Fleischbällchen, viel Kartoffeln und viel Fisch. Das allgemeine Qualitätsniveau ist selbst in einem einfachen "Pub" (auch wenn das hier besprochene alles andere als das ist) so zufriedenstellend, dass man nicht enttäuscht wird.

Das Hotel Hasselbacken liegt auf der idyllischen Insel Djurgarden, die noch viel von der Atmosphäre des alten königlichen Jagdgebiets bewahrt hat, und versetzt uns zurück in eine Art "schwedisches Goldenes Zeitalter", das heute zwar etwas verblasst wirkt, aber dennoch ein zugleich gemütliches und vornehmes Erlebnis bietet. In der Nähe des absolut beeindruckenden Vasa-Museums und des Nordischen Museums gelegen, war das Hotel Hasselbacken einst (d. h. seit dem 18. Jahrhundert) ein beliebtes Wochenendziel mit Ballsälen, einer großen Terrasse und dem gleichnamigen Restaurant.

Das modernisierte Interieur folgt einem ähnlichen Ansatz wie das nahe gelegene Nordische Museum, mit farbenfrohen Mustern, die traditionellen Handwerkskünsten nachempfunden sind, und mit der Tischdekoration und dem Service bekommt man ein wenig von dem Charme der alten Welt zu spüren. Sowohl die Speisekarte als auch die Weinkarte bieten eine gute Auswahl und übertreffen die Erwartungen, die man an ein "bloßes 4-Sterne-Hotel" haben könnte.

Ich musste definitiv die "berühmten" Hasselback-Kartoffeln probieren, die in mehreren Gourmetführern erwähnt werden. Diese sind natürlich ein bisschen gimmicky, da es sich lediglich um äußerst dünne Scheiben handelt, die vermutlich frittiert werden. Aber was sie lohnenswert macht, ist die Auswahl an Toppings, von geräuchertem Lachs bis hin zu Käse, und es ist einfach eine nette Mischung mit vielen verschiedenen Aromen in einem guten Paket. Das Restaurant ist stolz darauf, dass diese Kartoffeln früher auf der ganzen Welt bekannt waren, und ich kann verstehen, warum. Dazu gab es einen knackigen weißen Sancerre aus Frankreich, der vielleicht keine absoluten Weinnerds begeistern würde, aber gut genug war, um den Fisch zur Geltung zu bringen. Auch erinnerte er passend an ein anderes Jahrhundert, als französische Weine die Welt in einer fast monopolistischen Position beherrschten.

Es folgten weitere Kartoffeln und Fisch in Form eines leckeren Räucherlachs' und Dill-Kartoffeln (Man erkennt den roten Faden in der schwedischen Küche). Kleine Portionen zu einem etwas hohen Preis, aber ich habe lieber etwas mehr Qualität, wenn es um Fisch geht, als wiederum mehr von etwas Schlechterem. Wir hatten auch Fleischbällchen auf dem Tisch, und obwohl mir die bei Bla Dorren und Den Gyldene Freden besser geschmeckt haben, waren sie keineswegs schlecht. Die Desserts werden in einer niedlichen kleinen Le Creuset-Pfanne serviert und sind wiederum von einfachen, aber leckeren schwedischen Käsekuchen mit lokalem Fruchtkompott aus Moltebeeren inspiriert. Das Hotel stellt auch seinen eigenen Honig her, ein passendes Produkt, wenn man sieht, wie blühend schön und lebendig die ganze Insel im Sommer ist. Dementsprechend musste auch ein kleines Glas des Honigs mit nach Hause.

An jedem anderen Ort würde ein Hotel, das etwas aus der Zeit gefallen ist und eine relativ teure Küche hat, vielleicht nicht funktionieren. Aber der gute, freundliche Service und die schöne, fußgängerfreundliche Umgebung von Djurgarden gefallen mir neben der Küche selbst wirklich sehr gut. Ich habe eine Schwäche für diese Art von Orten, und wem das nicht zusagt, gibt es in der Nähe einige renommierte Restaurants, die ebenso zum "königlichen Jagdwochenende" passen.

Cheers,

/jf

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HENNE.Weinbar, Cologne, Germany